Es ist vorbei

Das Studium in Helsinki ist vorbei. Zum Abschied gab es ein paar gute Noten und jetzt habe ich noch fast einen Monat Urlaub in Finnland. Ohne große Pläne, aber die Zeit vergeht trotzdem wie im Flug. Nach Vappu war Anfang Mai zunächst Klausurphase, dementsprechend eher ruhig. Zu Vappu noch ein kurzer Nachtrag: Auch beim Picknick im Park darf natürlich die Sauna nicht fehlen – und so sieht das dann aus:

Kurz danach das erste Grillen – schließlich ist ja schon fast Sommer:

Und so langsam wird es auch immer offensichtlicher, dass Frühling ist:

 
Es folgt: Besuch aus München (Danke, Sabine!), Besuch in Turku (unspektakulär, aber sonnig), Geburtstag (sehr schön!) und dann endlich: Sommerwetter. Vom 22.-27. Mai war das Wetter hier „unglaublich“ warm, das heißt über 20°C, sonnig und relativ Windstill.

Ab meinem Geburtstag war ich dementsprechend entweder am Strand (natürlich auch im Wasser) oder im Park anzutreffen. Lange hat man es im Wasser natürlich nicht ausgehalten, aber in der Sonne war es wirklich angenehm warm. Mittlerweile bin ich auch wieder etwas weniger blass – nach fast neun Monaten Finnland war die Sonne ja nur eine vage Erinnerung.

Gestern stand Tallinn auf dem Plan, um Souvenirs für München und dann für Juni noch etwas nicht-finnisches (=gutes) Bier zu kaufen:

In den nächsten Tagen werde ich mir vielleicht noch die nähere oder fernere Umgebung anschauen und einfach mal abwarten, was die Zeit noch bringt. Zwar sind gerade jeden Tag mehrere Leute zu verabschieden, aber immerhin die Finnen bleiben ja hier 🙂

Helsinki im Ausnahmezustand

Vappu ist das finnische Fest zum 1. Mai. Ursprünglich aus der Walpurgisnacht entstanden, ist es eine schöne Tradition, die auch wieder zeigt, wie hoch Bildung in Finnland angesehen ist. Studenten sind am Vorabend wichtige Akteure und ab dem Abend und den kompletten 1. Mai über wird die „Lakki“ getragen, die man zum Abi bekommt:

Für uns hat der 30. April am frühen Nachmittag bei unserer Studentenvertretung begonnen. Die Straße vor dem Gebäude wurde gesperrt, bei Sonne und Musik, Popcorn und Zuckerwatte trifft man sich in entspannter Atmosphäre, um später am Nachmittag weiterzuziehen. Dahin, wo alle hin wollen: Die Statue Havis Amanda bekommt ihre Lakki.

Foto: Helsinki City Tourist Information

Das Foto ist von der Helsinki City Tourist Information, nach deren Angaben über 50.000 Menschen im Stadtzentrum Vappu gefeiert haben.

Am Abend zerstreut sich die Menge dann zum Feiern, um am nächsten Tag morgens gesammelt in den Parks zum Picknick aufzutauchen. Das ist gar nicht so einfach, denn dazu muss man erstmal zwischendurch wieder heimkommen. Wenn alle Clubs und Bars in Helsinki gegen 3:30 schließen und mehrere tausend Leute gleichzeitig mit Taxi und Bahn nach Hause fahren möchten, kann das durchaus mal etwas länger dauern.

Für das Picknick wurde uns aber nicht zu viel versprochen. Auch hier wieder (zehn)tausende, die zum Teil seit dem frühen Morgen ihren Platz reserviert halten. Gegen 10 wird es schon langsam eng. Sicher hat auch das Wetter seinen Teil dazu beigetragen, den ganzen Tag hat sich keine Wolke blicken lassen und so waren es am Nachmittag sicher fast 15°C. Dass wir hier näher am Ozonloch sind, ist mir erst eingefallen, als ich den Sonnenbrand schon hatte.

Trotzdem war es ein schöner erster Mai – auch wenn manche sagen, dass Vappu für die Finnen nur ein weiterer Grund ist, sich öffentlich zu betrinken. Sehr beeindruckend war auch, dass Helsinki am 1. Mai morgens schon wieder komplett sauber war. Der Feiertag ist perfekt organisiert – und auch auf Alkoholvergiftungen vorbereitet:

Damit ist der Spaß-Teil bis Juni vorbei. Nächsten Montag ist dann die erste Klausur.

Noch ein Monat ist vorbei…

…seit dem letzten Eintrag Ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Ich versuche mal, anhand der Fotos nachzuvollziehen, was in dem Monat passiert ist.

Zuerst, wie gesagt, durfte ich in München mein Projektstudium präsentieren. Alles gut gelaufen und das Wetter war ein Traum. Bei knapp 20°C in der Sonne frühstücken – soweit ein schöner Urlaub. Noch ein kleiner Rundgang in München, Post an der Uni einwerfen und das war es auch schon wieder. Hier noch ein interessanter Blick aus der TU München: 

Dank Billigflieger gab es keine Direktflug nach Helsinki, aber wenn man schonmal Urlaub macht, dann doch gleich richtig. 14 Stunden Aufenthalt in Berlin reichen zwar lange nicht, um alles zu sehen, aber für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten hat es gereicht.

Kanzleramt, Reichstag, Brandenburger Tor, Holocaust Denkmal, Ku’damm rauf und runter, Potsdamer Platz, fertig. Traumhaftes Touri-Wetter und Schauspiel für die Touristen am Brandenburger Tor.

    

Von immer noch fast 20°C in Berlin zurück nach Helsinki. Ankunft abends gegen 11, Temperatur unter dem Gefrierpunkt, Schneesturm. Also alles wie gewohnt.

Wie auch im letzten Semester gab es wieder einen Besuch in der Schokoladenfabrik. Nach zwei gefühlt endlos langen Videos über das Unternehmen gab es natürlich wieder keine Fabrikführung und wieder Schokolade im Überfluss (einzig begrenzt von eventuell eintretender Übelkeit).

Solange es die Exkursion nur einmal im Semester gibt, ist es wohl auch gesundheitlich unbedenklich.

Am 20. März war Frühlingsanfang und selbst in Helsinki ist das angekommen. Die Tage werden heller und die ersten Knospen lassen sich blicken:

Das Wetter allerdings hat noch nicht gemerkt, das Frühling ist. Als verspäteten Aprilscherz gab es am 2. April Neuschnee. Genau das Richtige für Besuch aus München. Danke fürs Vorbeischauen!

Bei dem Wetter hilft nur Kontrastprogramm: Tropische Tiere (Reptilien-Zoo)

  

Dann war da ja noch Ostern. Vollkommen ereignislos, viel freie Zeit. Genau richtig, um einen Aufsatz für die Uni zu schreiben. Nach Ostern habe ich es noch einen Tag nach Tampere geschafft. Eine der wenigen größeren Städte in Finnland, frühere Industriestadt. Nicht schön, aber selten.

 

 

 

Worauf aber eigentlich alle gewartet haben, war der Donnerstag nach Ostern. Der jährliche Pub crawl mit der Metro, „Hukkaputki“. Endlich wieder eine Chance, den Overall im modernen Dollar-grün zu nutzen. So haben wir einen schönen Nachmittag und Abend damit verbracht, die Bars und Kneipen abseits des Zentrums zu „erkunden“.

Ähnlich wie die Lederhosn auf dem Oktoberfest erfüllt der Overall hier zum einen die äußerst wichtige Funktion, die normale Kleidung vor verschütteten Getränken zu schützen. Zum anderen zeigt er, was man schon alles erlebt hat. Dementsprechend wichtig ist das Sammeln von Aufnähern, die zum Beispiel bei Partys, bei unserer Lapplandreise oder auch als Belohnung für zum Beispiel das Ausfüllen von Fragebögen zur Studiensituation verteilt werden. Waschen ist natürlich verboten, sonst würde man ja Spuren des Erlebten vernichten.

Zum Schluss: Es wird wirklich Frühling und das merkt auch der gemeine Bewohner von Helsinki. Bei mittlerweile mindestens 5°C am Tag, an guten Tagen bis zu 15°C und nur noch sporadischen Schneeschauern traut man sich wieder auf die Straßen. Die Terrassen der Cafés sind überfüllt, Straßenmusiker haben wieder Zuschauer, die sich auch mal eine Weile dazusetzen und jetzt, wo Glatteis unwahrscheinlicher wird, können die Straßen und Fußwege auch wieder vom Streugut gereinigt werden. Helsinki blüht auf.

Bald ist es Ende April und das bedeutet vor allem eins: VAPPU.

Fest des Frühlings, der Studenten und Arbeiter, Walpurgisnacht, Maifeiertag. Vor allem aber der Studenten. Nach dem langen, kalten, dunklen Winter hat der Tag eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Bis ich eigene Bilder liefern kann, zeigen die Google Bildersuche oder der Finnische Wikipedia-Artikel ganz gut, wie das aussehen könnte.

München!

München? Ja, München! Dank der geradezu unglaublichen Flexibilität der TUM hatte ich die Möglichkeit, mein Projektstudium (immerhin 12 ECTS) in Finnland zu bearbeiten. Als großes Finale folgt am Freitag noch die Präsentation in München und wenn ich schonmal da bin auch ein Besuch in meiner WG. Dementsprechend waren die letzten Tage und Wochen nicht nur von den Klausuren geprägt, die ich letzte Woche hinter mir gelassen habe, sondern auch von Präsentationsvorbereitungen.

Trotzdem habe ich es immerhin einmal geschafft, früh morgens aufzustehen, nach Suomenlinna zu fahren und im frühen Morgenlicht zu fotografieren. Wie gewohnt war es etwas kalt, nicht gerade inspirierend. Um so schöner ist aber Helsinki am frühen Morgen, wenn die Straßen von den Spuren der Partynacht befreit werden, ansonsten aber leergefegt sind.

Fähre nach Suomenlinna:

Sonnenaufgang (schon kurz nach 7):

In den letzten Tagen waren dann auch erhöhte Chancen angekündigt, Polarlichter zu sehen, weshalb wir uns eines Abends auf den Weg gemacht haben, außerhalb vom Zentrum auf dem höchsten Punkt Helsinkis ein paar Stunden in den Himmel starrend zu verbringen. Leider erfolglos. Aber nicht allein:

Immerhin – ein schöner Sternenhimmel:

Und natürlich war ich auch nochmal auf der Ostsee spazieren, bevor es wieder wärmer geworden ist. Gerade bei den vielen Inseln um Helsinki anscheinend eine häufig genutzte Abkürzung:

Lappland im zweiten Versuch

Letzten Mittwoch bis Montag morgen waren wir wieder in Lappland. Nachdem beim ersten Besuch dort das Wetter enttäuschend war, hat sich Lappland diesmal von seiner besten Seite gezeigt. Angekommen sind wir Donnerstag Mittag nach 15 Stunden Busfahrt bei -23°C außen und im Bus nur unwesentlich wärmer ziemlich durchgefroren und übermüdet. Noch schnell den Koffer in der Hütte abgeworfen und schnell raus, gegen 16:00 Uhr geht die Sonne ja wieder unter. Diesmal ist sie ja da. Und Schnee. Viel Schnee.

Diesmal bin ich in einer 14er-Hütte gelandet, was ganz gut war, da man sich im Gegensatz zum letzten Semester hier noch nicht so gut kennt. Weitere Vorteile: große Sauna, Kamin, großes Wohnzimmer. Und dank italienischer und französischer Beteiligung immer gutes Essen.

Freitag war von früh bis spät für Snowboarden reserviert. Das Wetter hat auch größtenteils mitgespielt, wenn ich auch bei -15°C, teils Nebel und starkem Wind noch einen Gesichtsschutz kaufen musste.

Damit war der Tag auch gelaufen. Abendessen, Sauna, Schnee, Sauna, Schnee, Sauna, Schnee, Sofa, Bett.

Und das geplante Highlight der Lapland-Reise war am Samstag:

Macht Spaß. Wenn auch 5 Hunde mit 200kg (2 Personen + Schlitten) etwas überfordert sind.

Das war dann auch schon Lappland, Sonntag ging es Mittags schon zurück, Ankunft in Helsinki 04:30 Uhr morgens. Abgesehen davon, dass wieder keine Nordlichter zu sehen waren, war das ein rundum guter Ausflug.